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Stabilisierung durch feste Wechselkurse: Fehlschlag in Entwicklungsländern - Erfolgsrezept für Osteuropa?

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dc.creator Schweickert, Rainer
dc.creator Nunnenkamp, Peter
dc.creator Hiemenz, Ulrich
dc.date 1992
dc.date.accessioned 2013-10-16T06:09:10Z
dc.date.available 2013-10-16T06:09:10Z
dc.date.issued 2013-10-16
dc.identifier urn:isbn:3894560193
dc.identifier http://hdl.handle.net/10419/408
dc.identifier ppn:025610406
dc.identifier RePEc:zbw:ifwkdp:181
dc.identifier.uri http://koha.mediu.edu.my:8181/xmlui/handle/10419/408
dc.description Stabilisierungsprogramme scheitern häufig an der fehlenden Glaubwürdigkeit der Regierungspolitik im In- und Ausland. Deshalb wird für Osteuropa eine Fixierung des nominalen Wechselkurses als Patentrezept empfohlen, um die Inflationsbekämpfung glaubwürdiger zu machen. Dieser Vorschlag hält einer genaueren theoretischen und empirischen Analyse jedoch nicht stand. Bei festen wie flexiblen Wechselkursen sind die Rückkehr zu geld- und fiskalpolitischer Disziplin sowie eine Drosselung des Preis- und Lohnanstiegs notwendige Voraussetzungen für den Stabilisierungserfolg. Bei festen Wechselkursen besteht jedoch die Gefahr, daß Regierungen im Vertrauen auf den monetären Anker einer ausländischen Währung eigene stabilitätspolitische Anstrengungen unterlassen oder etwa durch Protektionismus Handelsbilanzgleichgewicht herstellen wollen. Beides ist in Lateinamerika häufig mit katastrophalen Folgen für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung versucht worden. Die Glaubwürdigkeit von Stabilisierungsprogrammen erhöht sich — im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Meinung — nicht allein durch fixe Wechselkurse. Dieses Ziel wird nur dann erreicht, wenn Glaubwürdigkeit durch eine Währungsunion mit einem stabilen Partner importiert werden kann. Es ist zweifelhaft, ob die osteuropäischen Staaten einen westlichen Partner finden, der ausreichende finanzielle Transfers als Stabilitätsgarantie bereitstellt. Polen ist nicht die ehemalige DDR. Dem potentiellen Glaubwürdigkeitsgewinn durch eine Währungsunion steht auf jeden Fall gegenüber, daß das "Binden der eigenen Hände" durch einen Verzicht auf geld- und währungspolitische Autonomie den in Osteuropa unausweichlichen Strukturwandel zu behindern droht. Die Erfahrung der französisch-afrikanischen Franc-Zone verdeutlicht, daß aufgrund des garantierten Zahlungsbilanzausgleichs notwendige binnenwirtschaftliche Anpassungen unterlassen wurden. Eine solche Konsequenz wäre für Osteuropa fatal, weil der Zusammenbruch des RGW-Handels und die geplante Liberalisierung des Außenhandels eine hohe Anpassungsflexibilität und -bereitschaft erfordern. Auch ein System flexibler Wechselkurse ist nicht ohne Risiko für den notwendigen Strukturwandel. Spekulative Kapitalbewegungen können zu einem "Überschießen" der nominalen und damit zu überbewerteten realen Wechselkursen führen. Jedoch sind die Risiken eines solchen Wechselkursregimes insgesamt deutlich geringer zu veranschlagen. Zum einen ist es möglich, temporäre Einkommenseinbußen durch eine schrittweise Stabilisierung zu minimieren und damit die Gefahr eines Abbruchs des Reformprogramms zu begrenzen. Und zum anderen entfallen die zusätzlichen Anpassungslasten für die Geld- und Fiskalpolitik, die im Fixkurssystem entstehen, wenn der staatlich festgesetzte nominale Wechselkurs nicht dem neuen Gleichgewichtsniveau entspricht oder externe Schocks auftreten. Aus diesen wie auch den zuvor genannten Gründen empfehlen sich für die osteuropäischen Staaten flexible Wechselkurse.
dc.language deu
dc.publisher Kiel Institute for the World Economy (IfW) Kiel
dc.relation Kieler Diskussionsbeiträge 181
dc.rights http://www.econstor.eu/dspace/Nutzungsbedingungen
dc.subject ddc:330
dc.subject Wechselkurspolitik
dc.subject Inflationsbekämpfung
dc.subject Glaubwürdigkeit
dc.subject Entwicklungsländer
dc.subject Osteuropa
dc.title Stabilisierung durch feste Wechselkurse: Fehlschlag in Entwicklungsländern - Erfolgsrezept für Osteuropa?
dc.type doc-type:workingPaper


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